Sehr geehrte Frau Borris,
herzlichen Dank für die Möglichkeit, an der Entwicklung meines Stadtteils Buckau mitzuwirken. Ich lebe sehr gern hier und möchte Ihnen sowohl die positiven Seiten als auch die Herausforderungen schildern, die viele Bewohner beschäftigen.
Buckau ist für mich ein besonderer Ort: Die vielfältige Kunst- und Kulturszene, zahlreiche Ateliers, Theater und Veranstaltungen machen das Viertel lebendig. Das breite Angebot an Kitas und Schulen bietet Familien beste Voraussetzungen. Unsere Nachbarschaft ist von Gemeinschaft und Offenheit geprägt. Parks, Spielplätze, Sportangebote und die Nähe zur Elbe laden zur Erholung ein. Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte und Gastronomie sind fußläufig erreichbar. All das macht Buckau für mich und meine Kinder so lebenswert.
Leider wird das Wohnen hier zunehmend schwieriger. Als alleinerziehende Mutter mit Vollzeitjob ist es kaum noch möglich, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Meine 91 qm-Wohnung (davon 18 qm Terrasse) kostet monatlich ca. 1.075 €, davon 380 € Nebenkosten. Letztes Jahr musste ich 1.900 € nachzahlen, Nachbarn sogar bis zu 3.300 €. Die Hausmeisterkosten stiegen von 370 € auf 1.050 € monatlich, seit keine externen Firmen mehr beauftragt werden. Gleichzeitig entstehen immer mehr Ferienwohnungen, während viele Mietwohnungen seit der Wende kaum saniert wurden. Alle drei Jahre werden Mieterhöhungen von 20 % durchgesetzt, obwohl die Objektpflege und Leistungen des Vermieters (mit Sitz außerhalb Magdeburgs) unzureichend sind. Der Mieterbund ist stark gefordert, da viele Mieter ähnliche Probleme haben. Durch Neubauten und Eigentumswohnungen wird es für Familien und Alleinerziehende immer schwerer, bezahlbaren Wohnraum zu finden.
Mein Anliegen: Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass Buckau für alle lebenswert bleibt – durch mehr bezahlbaren Wohnraum, Förderung von Sanierungen, Begrenzung von Mieterhöhungen und eine stärkere Regulierung von Ferienwohnungen.
Mit freundlichen Grüßen